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Viele gute Neuigkeiten für die Mitglieder des SVTG an der Jahresversammlung in Chaux-d’Abel

Publiziert am
12. Oktober 2026
von
Judith Wipfler

Stabile Finanzen, kompetenter Vorstand, gute Resonanz auf neue Website, viele Publikationen und Vorträge zum Gedenkjahr «500 Jahre Täufertum» – und ein herzliches Cometogether im Jura.

Als Vertreterin des Vereinspräsidenten Nathanaël Weber, der mit Familie ein Sabbatical im fernen Ausland macht, begrüsst Vorstandsmitglied Judith Wipfler 35 Mitglieder und 2 Gäste zur 53. Mitgliederversammlung am 3. September 2026. Dank der Mennonitengemeinde dürfen wir erneut in ihrer wunderbaren Kapelle der La Chaux-d’Abel tagen.

Die Berichte aus dem Vorstand werden freudig verdankt, – sie enthalten durchwegs gute Nachrichten:

Die neu gestaltete Internetseite des Vereins verzeichnet – wohl auch anlässlich des Täufer-Gedenkjahres 2025 – einen Zuwachs an Zugriffen um über 60%. Für die attraktive Gestaltung und zeitgemässe Funktionalität der Website hatte Vorstandsmitglied Eliane Kipfer lang gearbeitet. Ihr Engagement dafür wie auch für den Verein verdanken wir nochmals aufs Herzlichste. Eliane Kipfer scheidet nun aus dem Vorstand aus, bleibt unserem Verein aber als aktives Mitglied erhalten: Danke, Eliane!

Als neues Vorstandsmitglied gewählt wird Dr. Urs Leu, der seit Jahrzehnten mit Täuferforschung befasst ist und uns an der letztjährigen MV einen unvergesslichen Stadtrundgang durch Zürich schenkte. Der Vorstand ist glücklich, dass Urs Leu sich nun in seinem «Unruhestand» noch intensiver für unseren Verein engagieren will. Seine Forschung, sein Netzwerk und seine Expertise sind insbesondere für unser wissenschaftliches Jahrbuch Mennonitica Helvetica MH von grösstem Wert.

Die Freude über den neuen Vorstandskollegen ist auch Dr. Hanspeter Jecker anzusehen, als er auf die Publikationen in der letzten MH 48 (236 Seiten) zurückblickt und eine Vorschau auf die nächste MH 49 gibt. Besonders hinweisen möchte er auf das Kolloquium anlässlich 500 Jahren Schleitheimer Bekenntnis am 1.+2. Juli 2027: Es wird auf dem Bienenberg stattfinden und soll u.a. Beiträge für die MH 50 generieren.

Finanziell steht der Verein gut da: Wir nehmen wiederholt etwas mehr ein als wir ausgeben müssen für den Druck der MH wie auch für Ausstellungen, Veranstaltungen und Postversände. Laut Kassier Beat Rüegger runden einige ihren jährlichen Mitgliederbeitrag dankenswerterweise auf, ferner fliessen regelmässig Spenden aus der Ausstellung auf Schloss Trachselwald, die sich finanziell längst amortisiert hat. Unser erneuter Dank geht an das Team der Betriebskommission im Emmental, das sich laufend um Instandhaltung und Betreuung der Dauerausstellung «Wege zur Freiheit» kümmert. Markus Jost betreut die Website dazu weiter.

Kassier Beat Rüegger verwaltet neben den Finanzen auch die Mitgliederkartei, betreut die Korrespondenz und stemmt den jährlichen Versand der MH mit. Auch für die schöne Mitgliederversammlung in Chaux d’Abel und Jeanguisboden hat er die Fäden geknüpft, zusammengehalten und auch noch das feine Dessert selbst gemacht: Danke, Beat!

Am historischen Ort, der Chappelle Chaux d’Abel, erinnerte der anschliessende Vortrag an den «Zyklon», der eigentlich ein Tornado war – und vor genau 100 Jahren auf den Jurahöhen grossen Schaden anrichtete.

In nur zwanzig Minuten vernichtete ein Wirbelsturm am 12. Juni 1926 hunderte Häuser, Ställe und Höfe, tötete Kühe und Rösser, knickte hunderte Bäume wie Streichhölzer um, – ein Kind starb an seinen Verletzungen. Das Jahrhundertereignis ist überdurchschnittlich gut dokumentiert, wie Judith Wipfler in ihrem Bild-Vortrag in der Kapelle und nachmittags Nelly Gerber-Geiser in ihrer kleinen Sonderausstellung in Jeanguisboden zeigten.

Die Bibliothèque de la Ville La Chaux-de-Fonds stellte der MV einen restaurierten 50-Sekunden-Stummfilm von 1926 zur Vorführung zur Verfügung. Dieses kurze Bewegtbild bewegte die Zuschauenden fast am meisten: Wir sahen geschockte Menschen in den Trümmern ihres Lebens umherwaten, die abgeholzten Wälder und schliesslich auch die toten Tiere am Boden liegen. – In der nächsten MH werden wir dazu eine Dokumentation abdrucken und darin auch den Bericht aus dem «Zionspilger» vom Juni 1926 als Quellentext erschliessen und mit abdrucken. An der MV hörten wir diesen Text von einem Sprecher vorgetragen; die Anwesenden konnten ihn schon mal auf Deutsch und in einer Arbeitsübersetzung auch auf Französisch mitnehmen.

Bei einem traditionell jurassischen Mittagessen konnten wir uns intensiv und – wieder fröhlich – austauschen.

Erfreulich viele Mitglieder nahmen nachmittags auch am Besuch der Ausstellung in Jeanguisboden teil, wo uns Nelly Gerber-Geiser herzlichst empfing und einen Überblick gab über die Entwicklung des neuen Ausstellungsorts und der Fondation Héritage Anabaptiste – Stiftung Täufererbe.

Einige Mitglieder hatten die Ausstellung noch nie gesehen. Oben auf der Empore sagte ein Mitglied gerührt: «Das hier erinnert mich an meine Kindheit, – da habe ich hier oben gesessen, – es sind keine schlechten Erinnerungen.»

Die Fachleute vertieften sich derweil in die Schätze des Archivs der Konferenz der Mennoniten Schweiz (KMS), welches im Keller des Jeanguisboden untergebracht ist. Hier liegt noch so einiges, was unser Verein erforschen kann…

Zum Vormerken in der Agenda: Die nächste MV findet am 4. September 2027 statt. (Ort suchen wir noch.)

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